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Hodie nobis caelorum Rex(Ausschnitt) [3'645 KB]
Responsorium 2 Hodie nobis de caelo Responsorium 3 Quem vidistis pastores? Responsorium 4 O magnum mysterium Responsorium 5 Beata Dei Genitrix Responsorium 6 Sancta et immaculata Responsorium 7 Beata viscera Mariae virginis Responsorium 8 Verbum caro factum est
Ensemble TURICUM auf historischen Instrumenten Leitung: Luiz Alves da Silva und Mathias Weibel
Sopran: Martina Fausch Vera Ehrensperger Susana Gaspar Rebecca Ockenden Alt: Elizabeth McQueen Altus: Jan Thomer Javier Robledano Tenor: Reto Hofstetter Frédéric Gindraux Luiz Alves da Silva Bariton: Marcus Niedermayr Bass: Grzegorz Rozycki Denis Kovalenko
Klarinett: Pierre-André Taillard Tomoko Ferraino Fagott: Rogério Gonçalves Miho Fukui Horn: Patrik Gasser Mark Gebhard Posaune: Ulrich Eichenberger Viola: Mathias Weibel Mario Huter Laura Chmelevsky Salome Janner Violoncello: Anderson Fiorelli Marlise Goidanich Violone: Matthias B. Frey Orgel: Bruno Procópio Pauken: Mario Marchisella Marcos Portugal und seine Matinas do Natal Die enorme Ausstrahlung und Verbreitung der Musik Marcos Portugals sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene macht die Laufbahn dieses Komponisten und Organisten zu einem Spezialfall in der Geschichte Portugals. Umso erstaunlicher, dass nur wenige seiner Partituren editiert worden sind und auch kaum Aufnahmen seiner Werke zu finden sind. Nach Studien am Seminário da Patriarcal bei zwei der bedeutendsten Komponisten der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, nämlich João de Sousa Carvalho (1745 – 1798) und José Joaquim dos Santos (1747 – 1801), trat Marcos Portugal seine berufliche Karriere an der Santa Igreja Patriarcal von Lissabon an, wo er 1782 zum Organisten gewählt wurde und ein Salär von monatlich 12 500 Reis erhielt. Gleich fing er neben dem Orgelspiel auch an, für die Gottesdienste der Patriarcal zu komponieren, eine Tätigkeit, die am 1. September 1787 offiziell anerkannt und mit einer Erhöhung des Salärs um 50 000 Reis belohnt wurde. Nach zehn Jahren Arbeit als Komponist geistlicher Musik und dramatischer Werke in portugiesischer Sprache reist er nach Italien, wo innerhalb von 7 Jahren 22 Opern aus seiner Feder uraufgeführt werden, mit einem Erfolg ohnegleichen. Die Anzahl Bühnenproduktionen beläuft sich auf hunderte, diejenige der Aufführungen auf tausende. Bald dringt sein Erfolg über die Landesgrenzen hinaus, und ab 1793 erfahren seine Opern, insbesondere die Opere Buffe, hunderte von Aufführungen in fast allen europäischen Ländern und Brasilien, nicht nur auf Italienisch, sondern auch portugiesisch, russisch und deutsch. Als “Marco Portogallo“ (als der er international bekannt ist) 1800 in sein Heimatland zurückkehrt, wird er Kapellmeister am Seminário da Patriarcal und “Maestro de Opera Seria“ am königlichen Theater S.Carlos in Lissabon, wo er innerhalb von sechs Jahren 13 Opern uraufführt, deren zehn Spezialrollen für die Primadonna Angelica Catalani enthalten, die sich damals am Anfang ihrer Karriere befand. Die Catalani sollte später zu einer Legende werden und den Namen Marcos Portugals in die Welt hinaustragen, indem sie weiterhin seine Opern sang und Arien von ihm in ihre Rezitals einschloss, die berühmtesten darunter die in England und Deutschland erschienenen Son Regina und Frenar vorrei le lagrime. Als die Franzosen in Portugal einmarschieren, übersiedelt der portugiesische Königshof nach Rio de Janeiro, wo er im März 1808 eintrifft. Rio wird daraufhin zur Hauptstadt des vereinigten Königreiches Portugal und Brasilien erklärt. Etwa zweieinhalb Jahre später befiehlt der Monarch dem Komponisten, den Atlantik zu überqueren, um in Brasilien “zu dienen“. Er verfolgt damit zwei Ziele: Marcos Portugal sollte den königlichen Hoheiten, seinen Kindern, Musikunterricht erteilen, und - was noch wichtiger war - er würde die passende Musik für die politisch-sozial wichtigen Anlässe schreiben. Diese wurden immer sorgfältig vorbereitet und inszeniert, um mit ihrem Prunk die Macht des Königshauses zur Schau zu stellen. Solche Inszenierungen fanden vor allem in der königlichen Kapelle statt, und die Musik, untrennbar verbunden mit der Virtuosität und dem betörenden Klang der Castrati, war ein entscheidender Bestandteil davon. Zu solchen Gelegenheiten stammte die Musik normalerweise von Marcos Portugal, der im Verlaufe seiner Karriere den Forderungen und dem Geschmack des Prinzregenten entgegenkam und sie immer mehr ihrer eigentlichen Funktion anpasste, nämlich die Königliche Macht symbolisch zu repräsentieren. Als der portugiesische Hof 1821 nach Lissabon zurückkehrt, zieht es Marcos Portugal vor, mit seinen Castrati im Dienste des zukünftigen Herrschers Brasiliens, D. Pedro I, Sohn von D. João VI, in Rio de Janeiro zu bleiben. Trotz der prekären wirtschaftlichen Lage des jungen Landes wurde der Komponist am 1. Januar in seinem Amt als Kapellmeister der kaiserlichen Familie mit einem Salär von 480 000 Reis bestätigt. Er war es auch, der die erste Unabhängigkeitshymne Brasiliens schrieb, die während Jahrzehnten an den Gedenkfeiern am 7. September gesungen wurde. Und gemäss der brasilianischen Verfassung von 1824 starb er als Brasilianer. Im Gegensatz zum dramatischen Schaffen, das sich auf die Jahre 1783 – 1806 konzentriert, widmete sich Marcos Portugal regelmässig und fast durchgehend auch der geistlichen Musik, von seiner Studienzeit am Seminário da Patriarcal in Lissabon (sein ältestes bekanntes Werk ist ein mit 14 Jahren komponiertes Miserere) bis zum Ende seiner Komponistenkarriere (das letzte datierte Werk ist eine 1824 auf Bestellung D. Pedros I geschriebene Missa breve). Einzig während seines Aufenthalts in Italien widmete er sich nahezu ausschliesslich dem Opernschaffen. Der Bedeutung der Kirchenmusik wird in den Biografien kaum Rechnung getragen. Sie stellen Marcos Portugal vornehmlich als Opernkomponisten dar. In Wahrheit zeigen neuere Studien, dass sein geistliches Musikschaffen innerhalb der damaligen portugiesischen und brasilianischen Musik aussergewöhnlich viel Raum einnimmt. Sein Einfluss in den beiden Ländern, wo 130 vollständige Werke erhalten sind, bleibt vorerst noch vollständig zu schätzen, doch die mehr als 700 Manuskriptabschriften in Archiven und Bibliotheken, sowie die grosse Zahl Komponisten, die sie für neue Zwecke und Instrumente und Stimmen bearbeiteten, zeigen, das er während eines Jahrhunderts die Musiklandschaft entscheidend mitprägte. Drei Werke waren für diesen enormen Einfluss und die grosse Verbreitung entscheidend: die Missa Grande (P 01.09, k. 1782 – 90), die Matinas da conceião (P 03.05, k. 1802) und das Grande Te Deum (P 04.08, k. 1802). Die ersten Erfolge feierte Marcos Portugal im liturgischen Kontext in der Santa Igreja Patriarcal de Lisboa, die unter der Schirmherrschaft der königlichen Familie stand und von dieser auch besucht wurde. Seine geistlichen Kompositionen erregten 1782 Aufmerksamkeit und trugen ihm eine erste Bestellung der Königin D. Maria I ein. Indessen sollte er zu Ihrem Sohn, dem Prinzregenten und späteren König D. João VI (1767 – 1826), eine privilegierte Beziehung aufbauen. Dieser wurde sein Arbeitgeber, aber auch Mentor und Bewunderer, und erhob ihn zum Compositor da Real Câmara. Immer wieder bestellte er bei ihm geistliche Musik, die er besonders mochte.
Die Matinas do Natal waren wohl das zweite Werk, das vollständig in Rio de Janeiro komponiert wurde. Viele Werke jener Zeit waren Bearbeitungen früher komponierter Stücke, insbesondere derjenigen für die sechs Orgeln von Mafra und die Stimmen der Mönche von Arrábida, geschrieben in den Jahren 1806 – 1807, als D. João dort residierte. Die Matinas do Natal sind untrennbar mit der (vom Ensemble TURICUM 1999 aufgenommenen) Missa Pastoril von José Mauricio Nunes Garcia verbunden und zeugen von einer Zusammenarbeit der beiden Komponisten, was keinem Biografen bekannt ist. Pater José Mauricio (1767 – 1830) wurde von D. João 1808 zum Kapellmeister der Capela Real von Rio de Janeiro ernannt, und war für die Organisation und Bereitstellung der Festmusik für die mehr als 200 Zeremonien des überladenen liturgischen Jahreskalenders zuständig. Die Parallelen zwischen den beiden Werken sind offensichtlich: 1. Beide waren für denselben Anlass, Weihnachten 1811, bestimmt. 2. Beide sind in der gleichen speziellen Instrumentation gehalten, die auf Violinen verzichtet. 3. Beide haben einen pastoralen Charakter, der in den Klarinettensoli hörbar ist und auch explizit bezeichnet wird, nämlich im Titel bei José Mauricio (“Missa Pastoril“) und in der “Introduzione Pastorale“ bei Marcos Portugal. 4. Beide zeichnen sich durch den stile concertato aus, d.h. das abwechselnde oder interagierende Spiel der Solo- und Chorstimmen. 5. Beide verwenden ein sehr ähnliches Motiv: Während dieses – gemäss der José Mauricio-Biografin und –Kennerin Cleofe Person de Mattos - in der Missa Pastoril sozusagen Leitmotivcharakter hat, ist es in den Matinas weniger dominant und wird nur im 3., 4. und 7. Responsorium kurz von der Orgel gespielt. Die Matinas wurden jeweils in der Nacht vor dem Feiertag gesungen. Sie bestehen aus drei Nokturnen, von denen jedes drei Responsorien enthält, wobei das letzte Responsorium im liturgischen Zusammenhang normalerweise durch ein Te Deum ersetzt wird. Die vorliegende Aufnahme enthält somit das gesamte musikalische Material des Autographs. Der ausgedehnte Text der Matinas und ihre Struktur, die immer wiederkehrende Wiederholungen verlangt, stellen den Komponisten vor das Problem, das musikalische Interesse wachzuhalten – dies während Zeremonien, die mehr als vier Stunden dauerten – und ausserdem inneren Zusammenhang und Logik zu wahren. Im betreffenden Werk löst Marcos Portugal dieses auf bewundernswerte Weise und beweist überdurchschnittliche Erfindungsgabe und technische Gewandtheit. Um die gewünschte Abwechslung zu erreichen, lässt er nicht nur Vokalsolisten und Orchester alternieren – im für den stile concertato typischen Dialog - sondern benutzt auch im Orchester eine ähnliche Technik, indem er verschiedene Instrumente wie Violoncelli, Fagotte und Orgel solistisch intervenieren lässt, jedoch immer den Klarinetten besonders viel Raum lässt zur melodischen und virtuosen Entfaltung. Den Matinas do Natal fehlt jegliche Strenge, was auf den Geschmack D. Joãos zurückzuführen ist, der eher dem Fröhlichen zugeneigt war. Die festliche Begeisterung und der extravertierte Jubel unverhüllt profaner Einflüsse, die typisch für die Praxis vieler Kirchen in Portugal und Brasilien sind, werden hier zur Feier der Geburt des Himmeskönigs (Hodie nobis caelorum Rex de Virgine nasci dignatus est) in einen musikalischen Rahmen gesetzt. Marcos Portugal schafft ein Werk festlichen Charakters, das trotz der Verwendung überraschend verschiedenartiger Elemente seine innere Einheit wahrt: Eine Musik, die zur Kontemplation oder Ehrfurcht aufruft, wechselt auf elegante Weise ab mit lebhaften Tanzrhythmen und Passagen nicht ohne Humor, würdevoll pompöse Musik geht natürlich einher mit schlicht begleiteten einfachen Melodien.
USA - Fanfarre In its first world recording, the stunning Matinas do Natal, written in 1811 by Marcos Portugal, is a luscious dish for any musical gourmet: the CD, which received the co-funding from the Calouste Gulbenkian Foundation and the Radio DRS, manages to unite great music, dormant for centuries, with fabulous soloists, choir and orchestra. Gracing the cover, the detail of a painting by Jean-Baptiste Debret represents the coronation mass of Dom Pedro I, with the musicians standing in attention, Marcos Portugal in the forefront, au grand complet. The kind of dedication that was needed to find the exact representation of this setting is the same that went into securing the ideal recording conditions, the best voices, the correct instruments, a text that actually informs, respect for the score and passion for the music. This is the perfect gift for all kinds of music lovers: the historicist, the one who seeks wonderful forgotten masters, the period-instrument fanatic, the one who prizes sound over music, the one who seeks good interpretation and couldn’t care less about which mikes were used, the one who thinks of the CD as a total object, and wants it all. ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. France – CLASSICNEWS.COM Benjamin Ballifh - vendredi 6 novembre 2009 Portugal révélé! Célébration d'une constante inventivité voire facétie, la partition éblouit par son intelligence. C'est un tableau d'une naïveté désarmante, à la saveur populaire irrésistible, fruit des métissages les plus improbables. C'est une crèche recomposée, qui vit avec intensité l'effusion tendre qui vénère l'Enfant et le Sauveur du monde Noël à Rio Clarinette enjouée, choeurs pompeux sans épaisseur, un rien encanaillés, orchestre remonté et électrique, de surcroît dans une prise de son remarquablement bien définie, chanteurs à la verve facétieuse et fervente, font les délices de ce programme enregistré en "première mondiale", idéal pour les fêtes de Noël. Outre la valeur de l'oeuvre très accessible bien que pour un effectif impressionnant, le double cd souligne non sans raison l'écriture du compositeur Marcos Portugal (1762-1830) que la chronologie place d'emblée à la charnière de deux siècles, c'est à dire en pleine période transitoire, entre le 18è et le 19è, soit au coeur des années qui ont vu l'essor du classicisme sur les oripeaux baroques puis l'éclosion de l'esthétique romantique. Cette célébration fervente (Matines de Noël à Rio de Janeiro), en un cycle de 8 Responsorios, subtilement caractérisés (chacun distribué par une voix propre et un effectif particularisé) révèle le génie astucieux d'un compositeur dont la renommée dépasse le Portugal, jusqu'à l'Italie (comme compositeur d'opéras), et jusqu'au Nouveau Monde, au Brésil où il a diffusé le modèle européen avec une grâce peu commune. Il n'est que d'entendre la délicatesse de l'instrumentarium requis et le choix des tessitures vocales, qui ténor (superbe et lumineux Frédéric Gindraux) ou baryton (bel abattage musical de Marcus Nierdermeyer, le bien nommé) et même duo de contre-ténors (plage 4, Responsorio 2): l'euphorie des effectifs, capable aussi d'une profonde ferveur, chante dans l'allégresse collective la joie de la Nativité, avec un aplomb souvent proche de la verve lyrique: chanteurs et instrumentistes s'en donnent à coeur joie dans une série d'évocations en stile concertato (alternance des interventions pour chanteurs et choeurs), proches du Haydn admiratif et émerveillé (de La Création), et tout autant du jeune Rossini, génie des astuces et de la légèreté. On pense continûment au voyage de cette joyeuse équipée, de sa marche allègre et fervente... déjà ivre et curieuse de l'Enfant à naître. C'est une galerie d'individualités et de choeurs savoureux, saisis durant leur épopée jusqu'à l'étable de Beethléem... Crèche palpitante brésilienne Dénué de violons et d'altos, l'orchestre sur instruments d'époque accuse une couleur résolument pastorale (solos de clarinette), naïve et même innocente (accompagnement sautillant de l'orgue); relevant le défi d'une partition liturgique qui se déroule sur une durée étendue (jusqu'à 4 heures), qui fonctionne la veille de Noël, Portugal s'ingénie à varier, osant des mélodies virtuoses (aux voix comme pour les clarinettes)... Aucun ennui ni relâchement dans cette lecture captivante de bout en bout: chaque protagoniste occupe et défend sa partie avec un panache malicieux, un sens du texte non dénué d'un vrai bonheur de jouer. Célébration d'une constante inventivité voire facétie, la partition éblouit par son intelligence. C'est un tableau d'une naïveté désarmante, à la saveur populaire irrésistible, fruit des métissages les plus improbables. C'est une crèche recomposée, qui vit avec intensité l'effusion tendre qui vénère l'Enfant et le Sauveur du monde, dans un mouvement collectif nourri d'impatience, de jubilation et d'espérance, mais ici "brésilienne" et tout autant, qui se souvient des foisonnantes figurines peintes de Naples ou de Lecce, (Puglia, Italie) pimentées de saveurs tropicales, acclimatées aux températures plus ardentes extra européennes : elle révèle l'immense talent d'un compositeur encore méconnu qui proche de la cinquantaine nous livre ici une oeuvre totalement atypique. Saluons le label Paraty de nous le révéler en pleine lumière, sous le feu pétillant de cette version habitée, fine, active, avec ses petites limites parfois (voix des sopranos incertaines et vibrées, contre ténors aigres...) et ses audaces palpitantes qui expriment la sincérité du geste, autant individuelle que collective. Révélation et découverte garanties ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. LEXNEWS Revue culturelle - Édition Semaine n° 45 - Novembre 2009 Il s’agit du premier enregistrement mondial sur instruments d’époque d’une œuvre méconnue du compositeur Marcos Portugal (1762-1830), un compositeur portugais plutôt prolixe qui suivra la cour portugaise à Rio de Janeiro lors des invasions françaises napoléoniennes. Il s’agissait alors de maintenir le faste des cérémonies d’une cour marquée par l’exil et Marcos Portugal aura cette responsabilité de magnifier par son art l’image ternie d’un monarque loin de son royaume… Ces Matines de Noël sont probablement la deuxième œuvre de Portugal composée à Rio de Janeiro. Comme le relève Antonio Jorge Marques, une collaboration lie Marcos Portugal à José Mauricio Nunes Garcia, lui-même Maître de Chapelle. La Messe Pastorale de Jose Mauricio (enregistrée par l’Ensemble Turicum en 1999) a été composée pour cette même cérémonie de Noël 1811 : même instrumentation (toutes deux sans violons), de nombreux solos de clarinette… et il semble surprenant qu’aucun des biographes de ces compositeurs n’aient jusqu’alors relevé ce rapprochement. Cet enregistrement permet d’entendre pour la première fois une œuvre qui s’était tue depuis longtemps, trop longtemps... On y découvre une joie festive qui souligne à la fois la sacralité de l’évènement de la nativité sans lui enlever une certaine fraîcheur pastorale. Nous avons là un témoignage imagé de ce que pouvait être une musique sacrée dans les terres lointaines du Brésil au début du XIX° siècle : une certaine emphase se fait l’écho d’une nature luxuriante, le détail des ornementations souligne le souci de grandeur d’un monarque éprouvé par l’exil et de nombreuses scènes plus naïves permettent d’associer le plus grand nombre à cet évènement majeur du calendrier liturgique. Un très bel enregistrement de l’Ensemble Turicum fondé en 1992 par le chanteur brésilien Luiz Alves da Silva et qui explore depuis de nombreuses années le répertoire souvent méconnu de la péninsule ibérique et de l’Amérique du Sud. ……………………………………………………………………………………………………………………………………………………………. France - ON-TopAudio.fr musique et cinéma texte d'Yvette Canal 08/09/2009 Cet enregistrement est une première mondiale. Il était temps. Nos chers musicologues européens ignorent trop souvent avec un beau mépris tout ce qui n’est pas européonombriliste. Or, c’est évident, des pays comme le Brésil ont leurs glorieux ancêtres, eux aussi. Ainsi ce Marcos Portugal qui écrivit nombre d’opéras joués dans toute l’Europe de l’époque, méritait mieux qu’un oubli quasiment complet. Ce double CD comblera d’aise les amateurs de musique religieuse. Les Matines de Noël 1811 offrent un bel exemple des cérémonies de l’époque, ici joyeuses, qui constituaient, avec les bals, l’essentiel des distractions des grands. Absence de violons, alternance très habile des solistes et du choeur, accompagnement par deux clarinettes, deux bassons, deux cors, un trombone, quatre altos, deux violoncelles, une timbale et un orgue (Bruno Procopio), ces matines donnent aux chanteurs l’occasion de se surpasser. Quatre sopranos, une alto, deux contreténors, trois ténors, un baryton et deux basses répondent aux instruments d’époque dans une très belle reconstitution. Ce genre d’enregistrement, insolite, savant, d’une intelligence et d’une sensibilité peu ordinaires, change beaucoup et rénove notre vision d’une musique classique réservée aux seuls génies. Elle les en grandit, d’ailleurs, et nous montre un monde foisonnant de grands musiciens autres que ceux qu’on entend d’habitude. C’est très bien. |
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