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Konzert
Sonntag 19. Februar 2012
Salle de la Maison Communale, Route Principale 37, Evilard


Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem, für Streichquartett arrangiert von Peter Lichtenthal (1780 - 1853)
Manuel Canales: Cuarteto en do menor

Ensemble TURICUM

Mathias Weibel – Violine
Ali Riza Gültekin – Violine
Stefano Mariani – Viola
Marlise Goidanich - Violoncello


Peter Lichtenthal wurde am 10. Mai 1780 in Pressburg (heute Bratislava), der damaligen Hauptstadt Ungarns geboren. Schon früh erhielt er hier Unterricht im Klavier- und Violinspiel sowie im Generalbassspiel. Nach einem Medizinstudium in Wien und zweijähriger Arbeit als Arzt ging er 1810 nach Italien, wo er schliesslich in Mailand eine neue Heimat fand. Hier war er - neben seiner ärztlichen Tätigkeit - sehr aktiv, sowohl als Schriftsteller als auch als Komponist von mehr als fünfzig Werken und als Bearbeiter fremder Werke, vor allem derer Wolfgang Amadeus Mozarts, die er auf diese Art als dem italienischen Geschmack besser angepasst empfand. Er schrieb etliche Abhandlungen zu Themen der Musik und auch der Verbindung von Musik und Medizin, beispielsweise die "Harmonik für Damen, oder kurze Anweisung, die Regeln des Generalbasses auf eine leichtfassliche Weise zu erlernen". Er arbeitete ausserdem als Korrespondent für die "Allgemeine musikalische Zeitung", die in Leipzig erschien und für die er 35 Jahre lang Berichte aus allen "Hauptorten dieses herrlichen Landes" verfasste. Er war persönlich bekannt mit Rossini, Bellini, Donizetti, Paganini, aber auch Beethoven und den beiden Söhnen Mozarts und verfasste die erste Musikenzyklopädie in italienischer Sprache, die 1826 unter dem Titel "Dizionario e bibliografia della musica" in Mailand erschien. Italien war um 1800 vor allem von der Oper geprägt. Instrumentale Musik von jenseits der Alpen - und hier sind vor allem die sinfonischen oder kammermusikalischen Entwicklungen um Haydn, Mozart und Beethoven zu erwähnen - war kaum bekannt. Instrumentalmusik wurde vor allem in privaten Zirkeln, den Akademien, von "Dilettanten" zum eigenen Vergnügen aufgeführt. Die italienischen Opernintendanten, "diese Individuen, von denen fast keiner nur die geringste idee von Musik hat", waren Lichtenthal ein Gräuel. Um den Liebhaberkreisen die grösser besetzte deutsche Musik zugänglich zu machen, hat er zahlreiche Werke Mozarts, Beethovens, Mendelssohns, Haydns und Meyerbeers für kleinere Kammerbesetzungen bearbeitet: Sinfonien für Klavier zu vier Händen, Auszüge von Opern für Kammerensemble oder Klavier, die Bearbeitung von Klavierkonzerten oder Klaviersonaten für die Ausführung mit Klavier und verschiedenen Instrumenten, und nicht zuletzt die heute Abend erklingende Fassung des mozartschen Requiems KV626, eingerichtet für Streichquartett, die auf der 1800 bei Breitkopf & Härtel in Leipzig erschienenen, von Franz Xaver Süssmayr ergänzten Erstausgabe basiert. Peter Lichtenthal starb 1853 in Mailand.

Manuel Canales wurde 1747 in Toledo (Spanien) geboren. 1756 wurde er Chorknabe an der Kathedrale seiner Geburtsstadt und erlernte zur selben Zeit Violoncello, Kontrabass und Viola d'amore. 1770 ging er nach Madrid. Den italienischen Stil hat er wohl in Toledo über Francesco Montali und in Madrid durch Gaetano Brunetti und Luigi Boccherini kennengelernt. Er stand im Dienste des Hauses Alba, dessen Fürsten grosse Kammermusikliebhaber waren und ausgezeichnete Instrumente besassen, die sie auch selber spielten. José de Herrando und Luis Missón hatten den Albas schon Kompositionen gewidmet bevor Canales seine Quartette op. 1 1774 dem Herzog zueignete. 1778 wurden seine Quartette op . 3 bei Napier in London veröffentlicht. Die Widmung "to the King of Spain" lässt Canales' Hoffnung erkennen, dereinst in den Dienst des Königs zu treten, was nie geschehen sollte. Von 1779 an war er wieder in Toledo, wo er als Chorleiter und Lehrer tätig war und als Spieler eines "selten verwendeten, aber sehr klangvollen Instruments, das sich besonders für die Karwoche eignet, nämlich der Viola d'Amore" erwähnt ist. Canales starb 1786 in seiner Heimatstadt.